Interviews

Der Geschäftsführer Rafael Neustadt im Interview mit Michael Hinterleitner von Brokerdeal am 24. August 2016.

BrokerDeal im Gespräch mit mit Rafael Neustadt vom CFD-Verband

24.08.2016

Um den deutschen Anlegern CFDs näher zu bringen, und die regulatorischen Rahmenbedingungen für Trading mit diesen Instrumenten zu verbessern, wurde mit dem CFD-Verband eine sinnvolle Interessenvertretung der auf CFD- und Devisenhandel spezialisierten Finanzdienstleister ins Leben gerufen. BrokerDeal hat sich mit dem Geschäftsführer Rafael Neustadt über CFDs, Binäre Optionen und schwarze Schafe unterhalten.

Herr Neustadt, sind CFDs immer noch eine Boombranche?
Das kann man so sagen, diese Tatsache wird nicht zuletzt durch die jüngsten Statistiken eindrucksvoll belegt:
Im ersten Quartal dieses Jahres nahm das Volumen der hierzulande gehandelten CFDs um 8,2 Prozent auf 504,3 Milliarden Euro zu.

Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Studie des Research Center for Financial Services der Steinbeis-Hochschule Berlin im Auftrag des CFD-Verbands zur Entwicklung des CFD-Markts in Deutschland.Demnach stieg im ersten Jahresviertel zudem die Kundenzahl: Während die CFD-Broker im ersten Jahresviertel 2015 110.478 CFD-Konten zählten, waren es im Auftaktquartal dieses Jahres 139.932, das ist ein Plus von knapp 27 Prozent.

Binäre Optionen sind aktuell ein heißes Eisen, zeigen etwa Google-Statistiken nie dagewesenes Interesse. Fluch oder Segen für die CFD-Branche?

Auf der einen Seite könnten sie ein Sprungbrett sein für Anfänger, über Binäre Optionen zum „richtigen“ Trading zu kommen. Andererseits ist der „Bankvorteil“ enorm und der Zock-Charakter hoch. Binäre Optionen haben ein Alleinstellungsmerkmal: Sie brechen die Entwicklung am Markt runter auf die einfachste aller Frage – rauf oder runter? Der Vorteil bei Binären Optionen ist, dass die Laufzeit und der maximale Gewinn oder Verlust feststehen und dem Anleger bekannt sind. Damit haben sie ihre Daseinsberechtigung. Voraussetzung sollte aber wie bei allen anderen Instrumenten am Finanzmarkt sein, dass der Anleger sie richtig und mit Augenmaß einsetzt. Zudem sollte er bei der Auswahl des Anbieters genau hinschauen und schwarze Schafe meiden.

Dem umstrittenen Handel mit Binären Optionen wird in immer mehr Ländern der Riegel vorgeschoben von den Regulierungsbehörden. Belgien hat in einem drastischen Schritt aber gleich sämtliche OTC-Produkte mit einem Bann belegt, also auch CFDs und FX. Wie kann man sich das erklären, eine Überreaktion schlecht informierter Bürokraten?

Einer der möglichen Hintergründe dieser Maßnahme in Belgien könnte sein, dass sich die belgische Regulierung gegen schwarze Schafe der Branche schützen möchte. Ich finde nicht, dass das der richtige Weg ist, da Hebelprodukte nicht partout schlecht sind. Mehr sollte der Fokus darauf liegen, die Bewerbung dieser Produkte zu kontrollieren. Es ist auf der einen Seite bedenklich, dass dieser jüngste Schritt der Behörden nun vielen Anlegern die Möglichkeit des Einsatzes sinnvoller Hebeinstrumente für ihr Risikomanagement nimmt. Auf der anderen Seite hoffen wir mit der Arbeit des CFD-Verbandes in Sachen Aufklärung und Transparenz den Anlegern in Deutschland Hilfestellung dabei zu geben, schwarze Schafe besser zu identifizieren – damit es zu einer solchen Entwicklung gar nicht erst kommen muss.

Studien wie der Investment Trends Report zeigen ungebrochen hohes Interesse der Deutschen an Zertifikaten und Optionsscheinen. Wie erklären Sie sich das, wo diese Derivate doch ungleich intransparenter als CFDs sind?
Ist hier noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten, oder ist schlicht die Gewinnspanne der Banken und Emittenten zu groß und haben CFDs gegen diese Lobby einen schweren Stand?

Man darf nicht vergessen, dass Zertifikate und Optionsscheine schlicht und ergreifend früher am Markt waren und daher einen gewissen zeitlichen Vorsprung haben, was das Bewusstsein der Anleger angeht. Nichtsdestotrotz bin ich guter Dinge, dass auch dank der guten Aufklärungsarbeit des CFD-Verbands peu à peu immer mehr Börsianer von den Vorteilen von CFDs überzeugt werden. Denn diese Vorteile sind enorm.

Welche Pro- und Contra- Argumente bezogen auf CFDs würden Sie einem Trader gegenüber erwähnen, der täglich mit Knock-Out Zertifikaten auf den DAX handelt?

Da muss man sich meiner Ansicht nach nur einmal die grundsätzlichen Vorteile von CFDs vor Augen halten. Da ist etwa die von Ihnen schon erwähnte hohe Transparenz von CFDs, da es immer nur einen CFD gibt der den Basiswert 1:1 nachbildet. Ein weiterer großer Pluspunkt von CFDs ist der Service & Support: Der Anleger ist direkt mit dem CFD-Anbieter verbunden, steht also im direkten Kontakt mit seinem Broker. Das ist in vielen Fällen von Vorteil, weil man den direkten Draht zum Emittenten hat.

Negative Schlagzeilen bleiben der Branche in regelmäßigen Abständen nicht erspart, trotz vieler Maßnahmen zur Regulierung und Qualitätssicherung. Wie kann der Kunde selbst schwarze Schafe aufspüren, außer über Bewertungsportale wie BrokerDeal.de?

Das gesamte Interview finden Sie hier.

Vorstandsmitglied Sarah Brylewski im Interview mit Traders Mag im April 2016.

Alles im Sinne des Anlegers

SarahWie die jüngsten Zahlen zeigen, befindet sich der CFD-Markt in Deutschland weiter auf dem Wachstumspfad. Das nehmen wir vom CFD-Verband natürlich mit Freude zur Kenntnis. Nun ist ein Verband aber zu mehr da, als sich nur gegenseitig auf die Schulter zu klopfen. Dass wir mehr im Sinn haben, zeigen wir gleich mit mehreren Maßnahmen. Da ist etwa die Erarbeitung dessen, was wir als „CFD-Kodex“ bezeichnen: ein Transparenz- und Fairnesskodex, zu dessen Einhaltung sich alle Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten. Mithilfe dieser Richtlinie wollen wir den Schutz der Anleger weiter fördern. Zum einen möchten wir ihnen die Orientierung bei der Anbieter- und Produktauswahl erleichtern und zum anderen ihr Vertrauen in die Geldanlage mit CFDs stärken. Dabei haben wir stets Transparenz, Fairness und Integrität im Blick. Dem CFD-Kodex zugrunde liegen die gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen für Deutschland beziehungsweise Europa.

Hier gelten etwa für den Anlegerschutz die von der BaFin, der ESMA und der EBA  ausgegebenen Standards und Leitlinien als Vorgabe. Allerdings soll der Kodex des Verbands über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. So verpflichten sich die Mitglieder des Verbands unter anderem dazu, mit der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit zu handeln und Interessenkonflikte zu vermeiden, die die Interessen ihrer Anleger beeinträchtigen. Andernfalls haben sie solche Konflikte unmissverständlich offenzulegen. Zudem verpflichten sich die Mitglieder zu einer transparenten Darstellung der Basiswerte der CFDs sowie zu nachvollziehbaren Preisstellungen.
Das soll dem Anleger eine individuelle und zielgerichtete Anlageentscheidung ermöglichen. In eine ähnliche Richtung zielt unser aktuelles Engagement in Sachen MIFID: Im Zuge der Arbeit an rechtlichen Rahmenbedingungen prüfen wir in Form eines internen Ausschusses, ob anvisierte Richtlinien wie etwa MIFID II auf das CFD- und Forex-Geschäft für Privatkunden anwendbar sind. Damit tragen wir Sorge, dass alle Mitglieder über sämtliche aufsichtsrechtliche Anforderungen frühzeitig informiert sind – damit sie entsprechende Vorkehrungen bereits im Vorfeld treffen können. Wir fühlen uns als Verband dazu verpflichtet, erst einmal die Rahmenbedingungen für eine gute Entwicklung zu schaffen und diese dann zu würdigen.

Portrait

Der CFD-Verband ist die Branchen- und Interessenvertretung der Finanzdienstleister, die in Deutschland den Handel mit CFDs anbieten. Im Jahr 2008 ins Leben gerufen, gehörten ihm anfangs vor allem CFD-Anbieter aus dem angelsächsischen Markt an. 2013 hat sich der Verband neu aufgestellt; heute engagieren sich hier vor allem deutsche Anbieter. Dazu gehören vier Online-Broker, eine Investmentbank, ein institutioneller CFD-Broker
sowie mehrere, auf den CFD-Handel spezialisierte Finanzdienstleister. Insgesamt besteht der Verband aus vier Voll- und acht Fördermitgliedern. Durch seine Zusammensetzung stellt er einen repräsentativen Querschnitt des CFD-Marktes in Deutschland dar. Im Rahmen der Neuaufstellung im Jahre 2013 hat der Verband das Ziel ausgegeben, das Segment der CFDs auf eine höhere Qualitätsstufe zu heben. Dabei wurden als Aufgaben unter anderem die Stärkung des Anlegerschutzes und eine Erhöhung der Transparenz formuliert. Beim Thema Anlegerschutz gelten die von der ESMA ausgesprochenen
Empfehlungen als Richtlinie. Da der Verband sich nicht nur der konsequenten Umsetzung der europäischen Finanzstandards verpflichtet
fühlt, sondern sich grundsätzlich zum Ziel gesetzt hat, Werte wie Transparenz, Fairness und Integrität in den Vordergrund zu stellen, hat die Reform unter anderem eine erhöhte Veröffentlichung von Zahlen zu CFD Themen mit sich gebracht – eine Entwicklung, mit der der Verband auch der Forderung vieler Journalisten entspricht, die sich mehr Aufklärungsarbeit gewünscht hatten.

Studien für mehr Transparenz
Research Center for Financial Services / Steinbeis-Hochschule Berlin

Ein wesentlicher Teil der Arbeit des CFD-Verbands besteht in der Bereitstellung von Zahlen, Statistiken und Studien zum Thema CFDs. In diesem MarktforschungZusammenhang arbeitet der Verband bereits seit seiner Gründung eng mit dem Steinbeis Research Center for Financial Services (CFin) zusammen, einem der führenden unabhängigen Marktforschungsinstitute für den Finanzdienstleistungssektor. Das CFin gehört zur Steinbeis-Hochschule Berlin und wird von Professor Dr. Jens Kleine koordiniert. Vom CFin stammt auch die regelmäßige, in jedem Quartal veröffentlichte Studie („CFD-Verbandsstatistik“) zur Entwicklung des CFD-Marktes in Deutschland. Die Studie hat reputativen Charakter, leistet einen wesentlichen Beitrag zur Steigerung der Transparenz und macht die wachsende Bedeutung von CFDs in Deutschland in Form von Zahlen greifbar. Die Erhebungen geben unter anderem Aufschluss über die Größe und die Bedeutung des Marktes und erlauben Prognosen über das weitere Wachstum. Aus den Statistiken lassen sich darüber hinaus Trends und Entwicklungen in Sachen Aktivität, Anlagehorizont und Handelsstrategien der Kunden ableiten. Die CFD-Verbandsstatistik, die auf den Kenngrößen Handelsvolumen, Anzahl an Transaktionen, Anzahl eröffneter Echtgeldhandelskonten und gehandelte Produkte basiert, zeigte etwa im zweiten Quartal 2015 die wachsende Beliebtheit von CFDs unter den Anlegern. So legte die Kontenanzahl im Vergleich zur Vorjahreszeitraum um 29 Prozent zu. Zugleich konnte die Studie einen Aufschluss über das Volumen des Marktes geben: Insgesamt wurde im zweiten Jahresviertel 2015 ein Volumen von 500,3 Milliarden Euro investiert – das waren 57 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Broker-Test im Interview mit dem deutschen CFD-Verband

Broker-Test im Interview mit Rafael Neustadt, Geschäftsführer des deutschen CFD-Verbands, welche CFD-Broker im deutschen CFD-Verband vertreten sind, welche Ziele man anstrebt und wie man die Entwicklung des deutschen CFD-Marktes sieht.

Foto: Rafael Neustadt

Rafael Neustadt

Der deutsche CFD-Verband – wer ist das eigentlich? Welche CFD-Broker sind Mitglied des CFD-Verbandes?

Der CFD-Verband ist die Interessenvertretung der auf den Handel mit Contracts for Difference, kurz CFDs, und Devisen spezialisierten Finanzdienstleister in Deutschland. Organisiert im Verband sind derzeit im Einzelnen:

Mit IG und FXCM konnte der CFD-Verband jüngst zwei nennenswerte Mitglieder akquirieren die einen großen Marktanteil abdecken.

Welche Kriterien gibt es für die Aufnahme neuer Mitglieder im CFD-Verband?

Zum einen müssen sie der Regulierung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin unterstehen. Zum anderen haben sie die Richtlinien des Verbandes zu befolgen, hier in erster Linie eine, die wir als „CFD-Kodex“ bezeichnen. Dieser Kodex soll auf der nächsten Mitgliederversammlung am 27.11.2015 verabschiedet werden.

Was sind die Ziele des CFD-Verbandes?

Grundsätzlich haben wir uns zum Ziel gesetzt, die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für den Handel mit CFDs in Deutschland zu verbessern, gerade auch weil diese Produktkategorie immer populärer wird. Wir sind mit unseren Mitgliedern in regelmäßigem Austausch und entwickeln gemeinsam mit ihnen entsprechende Richtlinien. Der Verband ist darüber hinaus als neutrale Instanz gedacht, die als Ansprechpartner etwa für Medienvertreter dient, eine Art Kompetenzzentrum. In diesem Kontext möchten wir der breiten Öffentlichkeit Informationen unter anderem in Form von Marktstudien und Zahlen über die Entwicklung des CFD-Markts in Deutschland zur Verfügung stellen. Darüberhinaus steht im Fokus der Verbandsarbeit auch das Thema Anlegerschutz. All diese Maßnahmen haben zum Ziel, Deutschland zu einem der führenden Märkte für CFDs nicht nur in Sachen Umsatz, sondern auch in Sachen Transparenz und Fairness zu machen.

Was hat der CFD-Verband bisher erreicht?

Im Jahr 2013 hat der Verband im Rahmen einer Neuaufstellung das Ziel ausgegeben, das Segment der CFDs in Deutschland auf eine höhere Qualitätsstufe zu heben, gerade auch was die eben angesprochenen Aspekte Anlegerschutz und Transparenz anbetrifft. Hier haben wir in den vergangenen Monaten vieles in die Wege geleitet beziehungsweise umgesetzt. So verabschieden wir derzeit den eben schon erwähnten „CFD-Kodex“, ein Transparenz- und Fairnesskodex, zu dessen Einhaltung sich alle Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten und mithilfe dessen wir den Schutz der Anleger weiter fördern. Darüber hinaus prüft derzeit ein interner Ausschuss, ob avisierte Richtlinien wie etwa MIFID II auf das CFD- und FX-Geschäft für Privatkunden anwendbar sind. Damit möchten wir gewährleisten, dass alle Mitglieder über sämtliche aufsichtsrechtliche Anforderungen frühzeitig informiert sind – damit sie entsprechende Vorkehrungen bereits im Vorfeld treffen können. Und last but not least kann sich der Verband auch bei den Wachstumszahlen im Bereich CFD eine sehr gute Entwicklung auf die Fahne schreiben. So wurde mit mir als Geschäftsführer eine zusätzliche Instanz geschaffen die den Vorstand bestehend aus Flatex, Ayondo, Commerzbank und CMC Markets operativ unterstützt und auf die gute Vorarbeit der letzten Jahre weiter aufbauen soll.

Wie beurteilen Sie die momentane Entwicklung des CFD-Marksegmentes in Deutschland?

Wir sind damit sehr zufrieden, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Segment in Deutschland ein vergleichsweise junges ist. Das Wachstum der vergangenen Jahre zeigt deutlich, dass deutsche Anleger ein steigendes Interesse an CFDs haben. Die Zahl der CFD-Konten legte in Deutschland im Jahr 2013 um 2,5 Prozent zu, im Jahr 2014 sogar um 10,5 Prozent. Das gehandelte Volumen stieg 2013 insgesamt um 13,6 Prozent, 2014 um 30,8 Prozent. Die Anzahl der Transaktionen im Jahr 2014 beläuft sich mittlerweile auf 53 Millionen. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Volumen von 1.483 Milliarden Euro gehandelt, also knapp 1,5 Billionen Euro – man kann in diesem Zusammenhang wohl zu Recht von einer Erfolgsgeschichte von CFDs reden. Eine ganz aktuelle Übersicht der Entwicklung des CFD-Markts in Deutschland wird Professor Kleine von Steinbeis im Rahmen unseres Presse-Treffens am Freitag den 20.11.2015 auf der World of Trading 2015 vorstellen.

Für wen eignen sich aus Ihrer Sicht CFDs besonders?

An und für sich eignen sich CFDs für alle Anleger, die die Wirkungsweise dieser Papiere verstehen und auch deren Risiken einschätzen können. Grundsätzlich lassen sich mit CFDs spekulative Strategien ebenso umsetzen wie konservative: Wer etwa eine Long-Position mit einem entsprechenden CFD „abhedgt“, agiert sogar mit einem höheren Sicherheitsbewussstein als jemand, der lediglich den Basiswert des CFDs, also etwa die Aktie kauft – und im Falle eines Verlustes des Papiers dieses Minus eins zu eins im Depot erleidet. Dank der Hebelfunktion von CFDs kann der Anleger dieses Hedging auch mit vergleichsweise überschaubarem Kapitaleinsatz umsetzen.

Derzeit haben wir ein sehr spannendes Börsenumfeld: Impulse aus China, Griechenlandkrise, Zinspolitik der FED, die Probleme bei VW oder die Entstehung neuer Börsenriesen wie Facebook oder Tesla – die Märkte sind global vernetzt und sehr aktiv. Was bedeutet das für den CFD-Anleger?

Eine hohe Zahl an neuen, interessanten börsennotierten Unternehmen sowie technologische Errungenschaften bedeuten natürlich auch für den CFD-Anleger ein Mehr an Möglichkeiten. Entscheidender sehe ich allerdings die Stärke von CFDs in dem von Ihnen angesprochenen spannenden Börsenumfeld, in dem bestimmte Ereignisse für Schwankungen sorgen – immerhin kann der CFD-Anleger, wenn er sich entsprechend positioniert hat, sowohl von steigenden als auch in fallenden Märkten profitieren.

Zum Abschluss noch Ihre persönliche Prognose – wo stehen Dax, Euro und Gold zum Jahreswechsel?

Von Prognosen auf den Punkt genau halte ich wenig, da die Märkte von einer zu großen Menge an Faktoren in alle Richtungen bewegt werden können, als dass präzise Vorhersagen möglich oder sinnvoll wären. Wichtiger ist, dass der Anleger mit seinem Depot auf jede Entwicklung bestmöglich vorbereitet ist, was ja – wie ich eben dargestellt habe – gerade mit CFDs sehr gut funktioniert. Grundsätzlich glaube ich, dass die Zinspolitik der weltweiten Notenbanken, nicht nur der Fed in den USA, den Markt in den kommenden Wochen und Monaten entscheidend mitbestimmen wird. Das wird nicht nur den Aktien-, sondern auch den Forex- und den Rohstoffmarkt, hier im Speziellen den Goldmarkt bewegen. Festlegen möchte ich mich eigentlich nur insofern: Es könnte volatil werden – und darauf sollten Anleger vorbereitet sein.

Vielen Dank für das Interview!

Hinweis der Redaktion: Rafael Neustadt ist hauptberuflich Geschäftsführer des Forex- und CFD-Broker FXFlat

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TRADERS´ Talk Frischer Wind im CFD-Verband

Wir sprachen mit dem neuen Geschäftsführer des deutschen CFD-Verbands, Rafael Neustadt von FXFlat, über die Vorteile von CFDs und die Herausforderungen Bild: Traders talk mit Rafael Neustadt - Geschäftsführer CFD-Verbandfür die Branche.

TRADERS´: Herr Neustadt, Sie sind jüngst zum neuen Geschäftsführer des deutschen CFD-Verbands gewählt worden. Wer genau ist in dem Verband organisiert und was sind seine Ziele?

Neustadt: Der Verband besteht aus Vertretern der CFD-Branche, seinem Vorstand gehören Entscheidungsträger der größten und wichtigsten CFD-Broker an. Hier sind also allesamt Experten organisiert, die ganz nah an dem Thema dran sind. Die Ziele des Verbands sind dieselben, mit denen er schon bei seiner Gründung im Jahr 2008 angetreten ist, die wir aber unserer Ansicht noch besser kommunizieren können: Wir wollen den Börsianern zum einen die Vorteile von CFDs bei der Umsetzung von Anlagestrategien näherbringen, zum anderen möchten wir ihnen zeigen, wie sehr sich die Branche in den vergangenen Jahren verbessert hat, unter anderem etwa in punkto Transparenz. So ist es uns ein Anliegen, deutlich zu machen, dass alle in Deutschland tätigen CFD-Anbieter durch eine Wertpapier- Aufsicht reguliert sind und von ihr überwacht werden. Das kann, wie in vielen Fällen, die britische FCA sein oder im Falle der Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben, die deutsche Börsenaufsicht BaFin.

TRADERS´: Wie zufrieden ist der Verband bislang mit der Entwicklung der CFD-Industrie in Deutschland?

Neustadt: In diesem Punkt sprechen eigentlich die Zahlen für sich. Das Wachstum der vergangenen Jahre zeigt nämlich deutlich, dass die Anleger ein zunehmendes Interesse an CFDs haben. Die Zahl der CFD-Konten legte in Deutschland im Jahr 2013 um 2,5 Prozent zu, im Jahr 2014 sogar um 10,5 Prozent. Der einzelne Anleger bewegt dabei offensichtlich immer mehr Geld: Das gehandelte Volumen stieg 2013 insgesamt um 13,6 Prozent, 2014 um 30,8 Prozent. Die Anzahl der Transaktionen im Jahr 2014 beläuft sich mittlerweile auf 53 Millionen. Insgesamt wurde im vergangenen Jahr ein beeindruckendes Volumen von 1483 Milliarden Euro gehandelt. Da gibt es kein Vertun: Wenn mit CFDs knapp 1,5 Billionen Euro bewegt werden, dann kann man meiner Ansicht nach mit Fug und Recht von einem Triumphzug dieser Produktkategorie reden.

TRADERS´: Wie sieht es aktuell am Markt für CFD-Trader aus? Die Kursbewegungen sind ja nie vorhersehbar und gerade im Hinblick auf China und die Zinspolitik der FED kamen einige Unsicherheiten in diesem Jahr dazu.

Neustadt: Mit solchen Kursbewegungen müssen Marktteilnehmer an und für sich in jeder Marktphase rechnen. Und jetzt, da die potenziellen Bedrohungen für die Märkte zunehmen, umso mehr. Auf diesen Fall der Fälle sollten Anleger ihr Depot ausgerichtet haben. Im Fall Volkswagen war es beispielsweise ein einzelnes Unternehmen gewesen, das den gesamten Markt zum Beben gebracht hat. Aber grundsätzlich gibt es ja durchaus noch andere, wesentlich globalere Risiken, die sich auf die Aktienmärkte negativ auswirken könnten: Da wären allein die konjunkturelle Schwäche in den Emerging Markets, speziell in China, sowie die Unsicherheit über die weitere Entwicklung in Sachen Zinspolitik der USNotenbank Fed. Alle diese Faktoren haben in den vergangenen Wochen bereits für fallende Kursen gesorgt. Wer clever ist, sichert sich für diesen Fall ab. Grundsätzlich ist ja mit CFDs die Absicherung eines Aktien-Portfolios gegen Kurseinbrüche schon mit geringem Kapitaleinsatz möglich. Nur kennen viele Privatanleger diesen Vorzug der CFDs gar nicht.

TRADERS´: Richtig, bei Otto Normalanleger sind CFDs bislang ja quasi gleichbedeutend mit hohen Risiken …

Neustadt: Natürlich muss sich jeder des Risikos von CFDs bewusst sein, darauf weist ja nicht nur der deutsche CFDVerband, sondern auch die ihm angehörenden Unternehmen ausdrücklich hin. Jedem Anleger muss aber ebenso bewusst sein, dass das Risiko an der Börse nun einmal dazugehört. Es gibt ein diametrales Verhältnis zwischen Risiko und Rendite – die Kunst ist nur, mit diesem Risiko richtig umzugehen. Risiko-Management ist das Zauberwort. Und genau hier setzen wir an: Der deutsche CFDVerband will Anlegern dabei helfen, CFDs sinnvoll in ihre Anlagestrategien zu integrieren.

TRADERS´: Ein anderes Thema: Vor kurzem wurden erstmalig Gerüchte über einen Mini-FDAX von der EUREX laut. Das würde in gewisser Hinsicht eine Konkurrenz für CFDs darstellen, würden damit doch auch aktive CFD-Trader angesprochen werden. Wie geht der Verband mit solchen Ankündigungen um?

Neustadt: Es ist zwar eine etwas abgegriffene Weisheit, wonach die Konkurrenz das Geschäft beleben soll, aber grundsätzlich stimmt sie ja. Wir sehen die Entwicklung entsprechend sportlich, ist uns doch auch daran gelegen, dass ein größer werdendes Angebot von Finanzinstrumenten immer mehr Anleger von der Börse überzeugt. Wir sagen aber auch klar und deutlich, dass CFDs sich vor anderen Produkten nicht zu verstecken brauchen – im Gegenteil. Die erwähnten Wachstumszahlen drücken ja den großen Zuspruch der Anleger deutlich aus.

TRADERS´: Herr Neustadt, Sie als neuer Geschäftsführer des CFD-Verbands bringen sicherlich frischen Wind mit. Was haben Sie sich für Ihr Amt vorgenommen, möchten Sie etwas ändern oder verbessern, gibt es bestimmte Ansätze, die Sie verfolgen möchten?

Neustadt: Wie dem Verband liegen auch mir mehrere Punkte am Herzen. Die in meinen Augen vorrangigsten sind folgende: Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir die Branche in mehrerlei Hinsicht weiterentwickeln. Unter anderem wollen wir die Selbstregulierung vorantreiben. Zudem arbeiten wir an einem Regelwerk, einer Art Kodex der Branche, mit dem wir zusätzliche Transparenz schaffen wollen. Schließlich möchte ich Deutschland zum führenden Markt für CFDs nicht nur in Sachen Umsatz, sondern auch in Sachen Transparenz und Fairness machen. In diesem Zuge werden wir etwa auch die Kommunikation mit den Regulierungsbehörden wie der BaFin forcieren und die Öffentlichkeitsarbeit als Instrument stärken. Und natürlich ist mir daran gelegen, neue Mitglieder für den Verband zu gewinnen.

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