Kodex

Die Mitglieder des CFD-Verbands haben diesen Transparenz- und Fairnesskodex gemeinschaftlich entwickelt und sich freiwillig verpflichtet, die Regeln zu Fairness, Transparenz, Integrität und Professionalität einzuhalten. Der Kodex stellt eine Selbstverpflichtung dar, um den CFD-Handel in Deutschland qualitativ auf höchstes Niveau zu setzen und mit gutem Beispiel voran zu gehen. Der Kodex regelt die Grundsätze des Handelns der CFD-Anbieter die auf dem deutschen Markt tätig sind im Umgang mit Privat- und Geschäftskunden.

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Transparenz- und Fairnesskodex
Selbstverpflichtung der Mitglieder des CFD-Verbands zu Transparenz, Fairness und Integrität

10. Juni 2016

 

1. Transparenz und Fairness sichern Qualität im deutschen CFD-Markt

Der Contracts for Difference Verband e.V. („CFD-Verband“) ist der Zusammenschluss der auf den CFD- und Devisenhandel in Deutschland spezialisierten Unternehmen und repräsentiert einen breiten Querschnitt des deutschen CFD-Marktes.
Der CFD-Verband trägt durch seine Arbeit zu einem transparenten und fairen CFD- und Währungshandel in Deutschland bei und fördert die immer populärer werdende Anlageklasse der Contracts for Difference. Ein großer Schwerpunkt der Verbandsarbeit liegt hierbei auf dem Anlegerschutz.
Dabei tritt der Verband als Kompetenzzentrum auf und sieht sich als gemeinsame Stimme sowie Ansprechpartner für Politik, Aufsichtsbehörden und die Öffentlichkeit.
Mit dem Transparenz- und Fairnesskodex („CFD-Kodex“), einer freiwilligen Selbstverpflichtung für sich und die eigenen Mitglieder, will der CFD-Verband auch zu einer Qualitätssteigerung des gesamten deutschen CFD-Marktes beitragen.

2. Der Transparenz- und Fairnesskodex des CFD-Verbands ergänzt gesetzliche und regulatorische Standards

Mit dem CFD-Kodex, zu dessen Einhaltung sich die Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten, soll der Anlegerschutz weiter verbessert, die Orientierung bei der Anbieter- und Produktauswahl erleichtert und das Vertrauen der Anleger bei der Geldanlage in CFDs gestärkt werden.

Grundlage des CFD-Kodex sind die gesetzlichen und regulatorischen Bestimmungen in Deutschland und Europa. Beim Anlegerschutz gelten die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ausgesprochenen Standards und Leitlinien als Richtschnur für das gesamte Handeln.

Der CFD-Verband will mit dem CFD-Kodex über die gesetzlichen Vorgaben hinaus zur Verlässlichkeit des Anlegerschutzes beitragen. Die Leitlinien sind dabei Transparenz und Fairness.

Der CFD-Kodex ist verpflichtend für alle Mitglieder des CFD-Verbands und stellt für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seiner Mitgliedsunternehmen einen Handlungsleitfaden dar.

Eine aktuelle Übersicht über die Mitgliedsunternehmen findet sich auf der Website des CFD-Verbands unter www.cfdv.de/mitglieder.

3. Chancen- und risikoreiche OTC-Produkte mit Hebelwirkung

CFDs (Contracts for Difference oder Differenzkontrakte) gehören zur Gruppe der derivaten Finanzinstrumente, bei denen der Investor am Unterschiedsbetrag zwischen Ankauf und Verkauf des jeweiligen CFDs einen Gewinn oder einen Verlust erwirtschaftet. Die Position, die mit dem Abschluss des Geschäfts geöffnet wird, wird mit einem zweiten, gegenläufigen Geschäft zu einem späteren Zeitpunkt auf Initiative des Käufers geschlossen.

Das Produktspektrum umfasst heute die meisten gängigen Assetklassen: Indizes, Aktien, Währungen, Rohstoffe, Anleihen und andere. Mit CFDs besteht die Möglichkeit, sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen zu profitieren.

Die Mitglieder des CFD-Verbands oder deren Market Maker quotieren CFDs in Anlehnung an den jeweiligen Referenzmarkt bzw. dessen Beschreibung. Die Quotierung kann sich neben dem Referenzmarkt noch aus Kursen anderer Börsen bzw. Handelsplattformen zusammensetzen. Grundsätzlich können die Quotierungen für ein CFD auf den identischen Basiswert unter den Mitgliedern des CFD-Verbands abweichen.

Die Wertentwicklung orientiert sich dabei an einem zugrunde liegenden Wertpapier oder Finanzinstrument, dem sogenannten Basiswert, auf den sich der CFD bezieht. Die Differenz zwischen dem aktuellen Kauf- und Verkaufskurs wird als Spread bezeichnet und wird vom jeweiligen Anbieter festgelegt.

Die Besonderheit des CFD-Handels ist der Handel auf Margin. Das bedeutet, dass für den Erwerb eines CFDs lediglich ein Bruchteil des Handelsvolumens vom Kunden hinterlegt wird. Dadurch entsteht eine Hebelwirkung, mit der bei gleichem Kapitaleinsatz mehr Kapital an den Märkten bewegt werden kann, als mit einem Direktinvestment in einen Basiswert.

Der CFD-Handel ist aufgrund der Hebelwirkung mit großen Chancen und Risiken verbunden. Die eingesetzten Hebel bzw. Marginraten werden von den Mitgliedern des CFD-Verbands transparent ausgewiesen.

Das Verlustrisiko ist unbestimmbar und kann das auf dem CFD-Konto eingezahlte Geld in unbegrenzter Höhe übersteigen, sofern keine wirksamen und geeigneten Mechanismen zur Verlust- und Risikobegrenzung eingerichtet sind.

Je nach Produktausgestaltung kann unter extremen Marktbedingungen so für den Kunden eine Nachschusspflicht entstehen, d.h. Verluste müssen gedeckt werden, die über das eingesetzte Kapital hinausgehen. Bei außer Acht lassen von geeigneten Mechanismen kann eine Nachschusspflicht auch unter normalen Marktbedingungen entstehen.

Als sogenannte OTC-Produkte („Over the Counter“) werden CFDs außerbörslich, also direkt mit einem CFD-Anbieter, Intermediär oder als Market Maker agierenden Finanzdienstleister gehandelt. Das bedeutet, dass die Bonität als wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines CFD-Anbieters berücksichtigt werden sollte.

Kundengelder, die auf einem Handelskonto liegen, werden bis zu einem festgelegten Höchstbetrag durch Zugehörigkeit des jeweiligen CFD-Anbieters zu einer Sicherungseinrichtung geschützt. Unabhängig von der Herkunft des CFD-Anbieters entscheidet die Zuordnung zur Sicherungseinrichtung maßgeblich über den Umfang des Entschädigungsanspruchs.

Welche Einlagensicherung und in welcher Höhe vorliegt, ist auf der Website des jeweiligen Verbandsmitglieds sowie auf der Website des Verbands unter www.cfdv.de/einlagensicherung veröffentlicht. Auf der Verbandswebsite finden sich zudem Erläuterungen über den genauen Umfang der jeweiligen Einlagensicherung.

4. Fairness und Professionalität als Grundlage für den Anlegerschutz

CFDs sind komplexe Finanzinstrumente und daher nicht für jeden Anleger geeignet. Das CFD Angebot der Mitglieder richtet sich in erster Linie an Anleger, welche eigenverantwortliche Handelsentscheidungen treffen.

Diese Anleger haben i.d.R. einen kurzfristigen Anlagehorizont sowie eine hohe Risikoaffinität und haben eine deutlich realistische Erwartung hinsichtlich kurzfristig erzielter Gewinne bzw. Verluste. Außerdem können Anleger teilweise auf Angebote zugreifen, bei denen sie in der Handelsentscheidung unterstützt werden.

Die Mitglieder des CFD-Verbands stellen mit der Abfrage von Kenntnissen und Erfahrungen im Anlagebereich und Wertpapierumfeld sicher, dass der Handel mit CFDs für bestehende oder potenzielle Kunden angemessen ist oder fragen ab, ob potenzielle Kunden über ausreichend freie Mittel für die Anlage in CFDs verfügen, die nicht für den Lebensunterhalt benötigt werden und – auch mit hohem Risiko behaftet – investiert werden können.

Sollten die Kenntnisse eines Kunden jedoch als „nicht angemessen“ eingestuft werden, können die Mitglieder dennoch ein Konto eröffnen. Dem Kunden wird dann allerdings ein zusätzlicher Risikohinweis präsentiert, den der Kunde zur Kenntnis nehmen und bestätigen muss. Die Feststellung der Nichtangemessenheit wird dem Kunden mitgeteilt.

Des Weiteren unternehmen alle Mitglieder erhebliche Anstrengungen, potentielle CFD- Kunden mit notwendigem Grundwissen bezüglich des CFD-Handels auszustatten, welche dazu beitragen, die spezifischen Risiken des CFD-Handels besser zu verstehen.

Die Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten sich, alle Informationen, einschließlich der Hinweise auf Chancen und Risiken, ausgewogen, verständlich und in deutscher Sprache zur Verfügung zu stellen. Das bezieht sich auch auf eine klar erkennbare Kennzeichnung einer Nachschusspflicht, sofern diese vom Anbieter nicht ausgeschlossen ist. Die Mitglieder verpflichten sich, Kundeninformationen einschließlich Werbemitteilungen stets klar, eindeutig und nicht-irreführend zu gestalten.

Unverzichtbar für einen wirksamen Anlegerschutz sind hohe Standards der Finanzaufsicht und Regulierung. Die Mitglieder des CFD-Verbands verfügen deswegen über eine Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder einer vergleichbaren Regulierungsbehörde, die höchsten europäischen Standards entspricht, wie beispielsweise die britische Financial Conduct Authority (FCA).

Die Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten sich, jeweils aktuelle Informationen über ihre zuständigen Aufsichtsbehörden auf der Website des Verbands unter http://www.cfdv.de/regulierung zu veröffentlichen.

5. Verpflichtung zu Transparenz bei Preisen, Gebühren, Basiswerten und Spreads

Die Mitglieder des CFD-Verbands handeln mit der erforderlichen Sachkenntnis, Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit. Sie vermeiden Interessenkonflikte, die die Interessen ihrer Anleger beeinträchtigen oder legen diese andernfalls unmissverständlich und transparent offen.

Die Mitglieder verpflichten sich, zu einer transparenten Darstellung der Basiswerte, auf die sich die CFDs beziehen sowie einer transparenten Preisstellung, um den Kunden eine individuelle und zielgerichtete Anlageentscheidung zu ermöglichen.

Eine wichtige Information ist dabei auch die Höhe der tatsächlichen Spreads, die auf der Website des jeweiligen CFD-Mitglieds verständlich ausgewiesen, bzw. in den Handelsplattformen in Realtime angezeigt werden. Darüber hinaus legen die Mitglieder des CFD-Verbands offen, ob sie über einen Direct Market Access verfügen oder wer für sie als Market Maker agiert.

Einer über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehenden Kostentransparenz tragen die Mitglieder des CFD-Verbands Rechnung, indem sie die Handelskosten und -gebühren offen und umfassend darstellen. Dazu zählen Kommissionen bei Auftragsausführungen und Finanzierungskosten für Positionen, die längerfristig (z.B. Overnight) gehalten werden.

Die Mitglieder liefern dem CFD-Verband alle notwendigen Daten zur Veröffentlichung des Marktvolumens und der Marktanteile und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Transparenz des deutschen CFD-Marktes.

6. Klare Regeln bei Marktstörungen und Mistrades

Die Mitglieder des CFD-Verbands stellen sicher, dass die Handelbarkeit der eigenen CFDs grundsätzlich gewährleistet ist, soweit die vom jeweiligen Mitglied verwendeten Referenzmärkte bzw. deren Beschreibung dies ermöglichen. Sollte der Handel durch Marktstörungen oder außergewöhnliche Umstände unterbrochen sein, informieren die CFD-Mitglieder darüber und bemühen sich, den Handel zum frühestmöglichen Zeitpunkt wieder aufzunehmen.

Die Mitglieder des CFD-Verbands verfügen über Mistrade-Regeln bzw. verpflichten sich andere geeignete Regelungen für den Umgang mit offensichtlich fehlerhaften Preisen zu treffen. Ein Mistrade bzw. ein offenkundiger Fehler liegt gewöhnlich dann vor, wenn der Preis, zu dem der CFD-Handel abgewickelt wurde z.B. aufgrund eines technischen Fehlers, fehlerhafter Daten oder einer Preisberichtigung vom marktgerechten Preis abweicht.

7. Professionelle Betreuung durch kundenorientierte Serviceangebote

Die Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten sich, alle Informationsmaterialien und Formulare klar und verständlich zu gestalten, um eine sachgerechte und professionelle Betreuung ihrer Anleger und potenziellen Anleger zu gewährleisten.

Telefonische und webbasierte Serviceangebote werden bei den Mitgliedern des CFD- Verbands durch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter grundsätzlich in deutscher Sprache erbracht und stehen an Werktagen von Montag bis Freitag mindestens zwischen 9.00 Uhr und 18.00 Uhr zur Verfügung stehen.

8. Verpflichtung zur Einhaltung des Kodex und Dokumentation der Umsetzung

Die Mitglieder des CFD-Verbands verpflichten sich zur Einhaltung des CFD-Kodex und bestätigen dies jährlich durch Unterschrift unter den CFD-Kodex. Neue Mitglieder verpflichten sich erstmals bei ihrem Beitritt zum Verband. Die Unterschriften sind beim CFD-Verband hinterlegt. Bei einem Verstoß eines Mitglieds gegen den CFD-Kodex entscheidet der Vorstand über angemessene Maßnahmen.

Der CFD-Verband veröffentlicht einen jährlichen Bericht zur Einhaltung und Umsetzung des CFD-Kodex. Der Transparenz- und Fairnessbericht soll einen Überblick geben, welche Maßnahmen die Mitgliedsunternehmen zur Verankerung des CFD-Kodex in der jeweiligen Unternehmenskultur und im alltäglichen Handeln ergriffen haben und wie er im Umgang mit den Kunden gelebt wird. Der Bericht soll darüber hinaus dokumentieren, wie der CFD-Verband und seine Organe zur Umsetzung und Einhaltung des CFD-Kodex beigetragen haben.

Herausgeber

Contracts for Difference Verband e.V.

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